Active Sourcing Teil 3: Klasse statt Masse – Methoden gezielt einsetzen


Die erfolgreichsten Wege bei der proaktiven Kandidatensuche

Über eine eigene Karrierepage, die Recherche in Businessnetzwerken oder via Twitter: Sourcern stehen heute viele digitale Wege zur Personalbeschaffung offen. Aber nicht jeder ist geeignet – und manche bergen Fallstricke. Im letzten Teil unseres Blogschwerpunktes stellen wir Ihnen die aussichtsreichsten Active Sourcing-Maßnahmen vor. Die eigene Karriereseite Die einfachste aller Active Sourcing-Methoden besteht in einer Karrierepage auf der eigenen Webseite und in Netzwerken. Ohne großen Aufwand kann man so offene Stellen ausschreiben, durch Mitarbeiter teilen lassen, eine Community aufbauen und einen Talentpool entwickeln. Unbedingte Voraussetzung: Die Seite muss täglich gepflegt und immer top-aktuell sein.

Profile Mining in Business-Netzwerken

Berufliche Netzwerke sind mittlerweile die erste Adresse für Recruiter und Sourcer, um über Suchanfragen Profile geeigneter Kandidaten zu finden. Schließlich nutzen immer mehr Berufstätige Portale wie Xing und LinkedIn, um sich auszutauschen, zu präsentieren und interessante Kontakte zu knüpfen: Xing hat zurzeit rund 12 Millionen Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz, gefolgt von LinkedIn mit zehn Millionen. Während Xing überwiegend von Sourcern im deutschsprachigen Raum genutzt wird, gilt LinkedIn als führendes Netzwerk für das Sourcing von Kandidaten aus dem Ausland. Zur Kandidatenrecherche kann man die normale Suchfunktion oder spezielle Online-Tools für Recruiter nutzen. Daneben bieten sich auch Netzwerke für Fachkräfte bestimmter Branchen von Verbänden oder anderen Institutionen an. Da alle Portale inzwischen semantische Algorithmen einsetzen, die immer ähnliche Ergebnisse liefern, hängt der Sourcing-Erfolg davon ab, wie gut man die jeweilige Suchmaschine kennt und steuern kann. Zudem weisen Experten immer wieder darauf hin, dass die meisten Karrierenetzwerke – insbesondere in begehrten Fachgebieten wie Informatik – bereits „abgegrast“ sind und auch die individuellste Ansprache keine Rückmeldung mehr bringt.

Recherche in sozialen Netzwerken

Insofern weichen Sourcer auch in soziale Netzwerke ohne Karrierefokus wie Facebook aus. Allerdings sind diese, jedenfalls zurzeit, nur bedingt für die Rekrutierung von Fach- und Führungskräften geeignet. Zum einen können ihre Suchmasken und -filter berufliche Profile nicht anzeigen, zum anderen sind überwiegend private Inhalte hinterlegt. Allerdings lässt sich Google+, das soziale Netzwerk von Google, bereits nach Jobbezeichnungen durchsuchen. Personaler müssen in diesen Kanälen natürlich – insbesondere bei der Kontaktaufnahme – die üblichen speziellen Kommunikationsregeln genauso kennen und beachten wie in den Karrierenetzwerken.

Sourcing via Twitter

Dies gilt auch bei der Suche über den Kurznachrichten-Dienst Twitter, indem sich auch viele Fachkräfte unterschiedlicher Disziplinen austauschen. Sourcer nutzen ihn, um Stellenangebote in einem aktuellen Zusammenhang zu platzieren oder Experten über deren Tweets zu identifizieren.

Proaktive Ansprache über Blogs

Aus ähnlichen Gründen sind auch Blogs für Recruiter interessant, weil ihre Autoren durch ihre Fachkenntnisse ebenfalls als Kandidaten in Betracht kommen können. Dazu lassen sich die gewonnen Informationen hervorragend für die Kommunikation mit potenziellen Kandidaten in anderen Netzwerken nutzen.

Nutzung von Suchmaschinen

Natürlich kann man auch über Suchmaschinen prüfen, ob es passende Online-Profile jenseits der üblichen beruflichen und privaten Netzwerke gibt. Dies erfordert jedoch Zeit, Geduld und eine hohe Recherchekompetenz.

Suche in CV-Lebenslaufdatenbanken

Darüber hinaus sind Lebenslaufdatenbanken eine komfortable Active Sourcing-Alternative. Schließlich suchen die Fachkräfte, die bei Spezialbörsen wie Absolventa oder etablierten Generalisten (z. B. Monster oder Stepstone) ihr Profil hinterlegt haben, aktiv einen Job und sind offen für Angebote.

Das Potenzial von Active Sourcing richtig ausschöpfen

Die Active Sourcing-Methoden werden immer relevanter bei der Personalsuche, insbesondere, um knappe Talent-Zielgruppen zu gewinnen. Große Unternehmen nutzen sie heute als Teil ihres Recruiting-Mixes. Aber auch kleinere und mittelständische Unternehmen mit geringerer Bekanntheit und Standortnachteilen können davon profitieren. Allerdings nur, wenn sie die unterschiedlichen Kanäle und deren Technologien professionell nutzen. Denn das Finden geeigneter Kandidaten in geschlossenen Systemen ist alles andere als einfach. Studien zeigen darüber hinaus, dass bislang nur etwa 17 Prozent der Unternehmen klare Active Sourcing-Prozesse definiert haben und damit oft viel Zeit in eine letzten Endes nur mäßig erfolgreiche Suche investieren. Insofern können Outsourcing-Angebote oder -Technologien Personal-Verantwortliche erheblich entlasten.

Nachstehend sehen Sie eine Übersicht mit den gängigen Methoden im Active Sourcing:

Sie haben die ersten beiden Teile unseres Blogschwerpunktes zum Thema Active Sourcing verpasst? Lesen Sie hier:
Teil 1: Kandidaten proaktiv finden und gewinnen
Teil 2: In sieben Schritten zum perfekten Kandidaten
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