Active Sourcing Teil 1: Kandidaten proaktiv finden und gewinnen


Chancen einer neuen Recruiting-Strategie

Schon jetzt wird es in einigen Branchen immer schwieriger, Vakanzen zu besetzen. Personalmanager müssen im Kampf um Fachkräfte neue Wege gehen, um die richtigen Mitarbeiter zu finden. Unternehmen setzen deshalb zunehmend auf Active Sourcing. Was dahinter steckt, worauf Sie achten sollten und wie Sie am besten damit profitieren, erfahren Sie in unserem dreiteiligen Blogschwerpunkt.

Der Arbeitsmarkt hat sich gedreht

Früher war alles ganz einfach: Personaler schalteten eine Stellenanzeige und vertrauten darauf, dass sich der passende Kandidat schon unter der Vielzahl eingehender Bewerbungen finden würde. Heute funktioniert dieses passive „Post & Pray-Prinzip“ nicht mehr. Der seit Jahren beklagte Fachkräftemangel führt zu immer längeren Recruitingprozessen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Der demografische Wandel und weniger Nachwuchs in gefragten Qualifikationsgebieten tragen ebenso dazu bei wie immer komplexere Berufsbilder und niedrige Arbeitslosenquoten aufgrund der stabilen deutschen Konjunkturlage. Die Folge: Nur rund 20% aller Berufstätigen suchen aktiv einen neuen Job.

Gefragt: eine Ansprache aller Kandidatenmärkte

Die restlichen 80% sind zwar mehr oder weniger latent interessiert an einer neuen beruflichen Herausforderung, tun aber nichts dafür. Sie gehören zum passiven Kandidatenmarkt, der sich wiederum in unterschiedliche Schwerpunktgruppen mit spezifischen Verhaltensweisen unterteilen lässt. Im Hinblick auf sinkende Bewerberzahlen und einen steigenden Wettbewerb um Mitarbeiter müssen Recruiter iniativer und kreativer vorgehen.


Die „Tiptoer“ und „Explorer“ des passiven Arbeitsmarktes sind am offensten für ein Angebot, wenn es ihrer Wechselmotivation entspricht.

Die proaktive Ansprache des aktiven wie passiven Kandidatenmarktes gewinnt – insbesondere seit dem Aufkommen sozialer Netzwerke im Internet – immer mehr an Bedeutung. Active Sourcing zielt darauf ab, mit potenziellen Mitarbeitern über verschiedene Kanäle in persönlichen Kontakt zu treten, sie dadurch an das Unternehmen zu binden und schließlich bei Bedarf als Mitarbeiter einzustellen.

Gefunden: Active Sourcing

Ganz so neu wie es zunächst klingt, ist das Prinzip des Active Sourcing nicht – denn bereits vor den Zeiten des Online-Recruitings lockten Unternehmen auf Jobmessen Absolventen und Headhunter riefen Führungskräfte direkt an. Doch die heutigen Human Resources Manager haben viel mehr Möglichkeiten, in Karriere-Netzwerken, Lebenslaufdatenbanken, Foren oder Blogs Kandidaten zu recherchieren, identifizieren und kontaktieren. Sie erreichen relativ schnell eine große Anzahl von interessanten Fachkräften, aus denen sich ein Pool von Personen aufbauen lässt, die entweder generell zum Unternehmen passen oder für eine bestimmte Position geeignet sind. Damit können sie schneller auf personelle Engpässe reagieren und vorselektierte Bewerber auswählen, was den gesamten Einstellungsprozess verkürzt – und letztlich Kosten spart.

Viele Vorteile, einige Fallstricke

Im Vergleich zu den eher passiven klassischen Methoden der Personalgewinnung ist Active Sourcing trotz des zeitlichen Aufwandes im Vorfeld selbst bei hochspezialisierten Stellenprofilen deutlich effektiver und zeitgemäßer. Mit einer persönlichen Kommunikation können auch Kandidaten des passiven Kandidatenmarktes gezielt angesprochen werden. Hier verbergen sich allerdings auch Gefahren. Denn unpassende Angebote oder standardisiert formulierte Nachrichten nerven Kandidaten eher, als dass sie zum Erfolg führen. Active Sourcing erfordert deshalb qualifiziertes Personal, eine durchdachte Vorgehensweise und Fingerspitzengefühl.

Active Sourcing – ein Plus fürs Unternehmen

+ Effektiverer Recruiting-Prozess
+ Gezielte Ansprache passiv suchender Kandidaten
+ Höhere Qualität der Bewerber
+ Zeit- und Kostenersparnis
+ Kein Bedarf an externen Dienstleistern


Zum nächsten Teil unserer Active Sourcing Reihe:
Teil 2: In sieben Schritten zum perfekten Kandidaten
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